Suche   Los!

Archiv 2009

Veranstaltungen

Über 90 Veranstaltungen fanden in Verbindung mit der Open-Air-Ausstellung auf dem Alexanderplatz statt. Darunter Führungen, Gespräche, Vorträge, Workshops, Diskussionen, Filme, Lesungen und Konzerte.




Mittwoch, 9. Dezember 2009, 19:00 Uhr

Der Kampf um die Macht 1989/90
Dietrich-Bonhoeffer-Haus, Ziegelstraße 30, Berlin-Mitte

Nach dem Mauerfall spitzt sich die Situation in der DDR weiter zu. In den folgenden Monaten demonstrieren die Menschen weiter auf den Straßen, in vielen Betrieben und Gefängnissen wird gestreikt. Die SED soll ihren Führungsanspruch aufgeben. Auch SED-Mitglieder begehren auf, sogar Angehörige von Armee und Polizei protestieren.

Anfang Dezember 1989 besetzen Bürgerrechtler die meisten Objekte der Staatssicherheit. Die von der SED dominierte Regierung versucht, die Kontrolle über die Verwaltung des Landes zu behalten. Doch als DDR-Bürger im Januar 1990 die Zentrale der Geheimpolizei in Berlin stürmen, fällt die letzte Machtbastion.

Wie denken die Akteure Hilsberg, Modrow und Schult heute darüber? Haben Sie ihre Positionen verändert? Oder brachten die Zeitläufte neue Erkenntnisse?

Podiumsdiskussion mit Stephan Hilsberg (SDP-Mitbegründer), Hans Modrow (letzter SED-Ministerpräsident), Dr. Michael Richter (Historiker) und Reinhard Schult (Mitbegründer des Neuen Forums)
Moderation: Peter Wensierski (Spiegel)




Mittwoch, 28. Oktober 2009, 19:00 Uhr

Ein Volk geht auf die Straße – die Demonstrationen im Herbst 1989
Maxim Gorki Theater, Studio, Am Festungsgraben 2, Berlin-Mitte

Berliner Schauspieler und Künstler organisieren auf Initiative des Neuen Forums am 4. November 1989 auf dem Alexanderplatz die größte systemkritische Demonstration in der Geschichte der DDR. Sogar das regierungstreue DDR-Fernsehen überträgt live. Die SED-Führung erteilt zwar die Genehmigung – allerdings mit der Absicht, diese Veranstaltung für ihre Zwecke zu nutzen. Einige Redner wie Christa Wolf oder Jens Reich sagen auf der Bühne, was die Massen auf dem Platz denken. Die Vertreter der Regierung wie Markus Wolf oder Günter Schabowski werden gnadenlos ausgepfiffen.

Vortrag: Dr. Ilko-Sascha Kowalczuk (Projektleiter bei der Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen)
Diskussion: Marion van de Kamp (Organisatiorin der Demo auf dem Alex)
Tina Krone (wissenschaftliche Mitarbeiterin der Robert-Havemann-Gesellschaft)
Jens Reich (Redner auf dem Alex)
Dr. Dietmar Keller (1989 Stellvertretender Minister für Kultur der DDR)
Moderation: Christine Richter (Journalistin, DIE WELT/Berliner Morgenpost)




Dreitägige Veranstaltungsreihe mit Ausstellung, Bürgerfest, Podiumsdiskussionen, Kerzenaktion und Musik

Mittwoch/Donnerstag/Freitag, 7. bis 9. Oktober 2009

Revolution in Berlin
Gethsemanekirche, Stargarder Straße 77, Berlin-Prenzlauer Berg (S+U-Bhf. Schönhauser Allee)

7. Oktober 1989: Während im Palast der Republik die kommunistischen Partei- und Staatsführer den 40. Jahrestag der DDR feierten, demonstrierte das Volk auf der Straße für demokratische Veränderungen. „Wir sind das Volk!“, riefen die Demonstranten. Die Machthaber antworteten mit brutaler Gewalt, doch die Ost-Berliner ließen sich nicht mehr einschüchtern und zogen zur Gethsemanekirche. Aus dem Mut von Wenigen erwuchs eine Massenbewegung. Die Kirche im Prenzlauer Berg war das damalige Zentrum der Proteste in Ost-Berlin. Hier forderte eine Mahnwache ab dem 2. Oktober 1989 die Freilassung von inhaftierten Leipziger Demonstranten. Tausende versammelten sich täglich vor und in der Kirche. Mit Kerzen traten sie der Staatsgewalt und ihrer eigenen Angst entgegen.


7. Oktober: Brennpunkt Gethsemanekirche

16:00 Uhr Bürgerfest „Vom Bürgerprotest zur Bürgerbewegung“
Pankower Bürgerinitiativen, NGOs und Einrichtungen zur Aufarbeitung der SED-Diktatur informieren.

19:00 Uhr Revolutionsstele Gethsemanekirche
Einweihung einer Erinnerungs- und Informationsstele

20:00 Uhr Zeitzeugengespräche
Zeitzeugen und Teilnehmer der Protestaktionen im Oktober 1989 erinnern sich, u. a. mit Tom Sello, Frank Ebert (1989 Mahnwache), Herbert Mueller (1989 Anwohner) und Eberhard Diepgen (ehem. Regierender Bürgermeister von Berlin)
Lieder: Ekkehard Maaß
Verordnete der Bezirksversammlung Pankow lesen aus Gedächtnisprotokollen von 1989


8. Oktober: Machtfrage - Wie die Staatssicherheit versuchte, die Friedliche Revolution zu verhindern

19:30 Uhr Zeitzeugendiskussion und Präsentation von Überwachungsfotos, Stasi-Akten und einem ungarischen Demonstrationsvideo aus dem Oktober 1989
Begrüßung: Marianne Birthler, Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen
Zeitzeugendiskussion mit Kerstin Gierke (1989 Mahnwache Gethsemanekirche/Umwelt-Bibliothek Zionskirche), Christoph Singelnstein (1989 Kontakttelefon der Berliner Gruppen) und Dr. Christian Halbrock (BStU)
Moderation: Stephan Detjen (Deutschlandfunk)
Musik: Dietrich Petzold an Violine und Viola


9. Oktober: Ringen um Demokratie 1989 und heute

19:30 Uhr Podiumsdiskussion
mit Marianne Birthler (BStU), Dr. Bernd Albani (1989 Pfarrer in der Gethsemanekirche), Stephan Hilsberg (MdB), Martin-Michael Passauer (Generalsuperintendent i. R.), Prof. Dr. Dr. Richard Schröder (Theologe, HU Berlin)
Moderation: Friderike Sittler (Journalistin)


Kerzen für Freiheit und Demokratie

Quelle: picture-alliance/dpa/Lehtikuva Oy
Mahnwache vor der Ostberliner Gethsemanekirche am 8. Oktober 1989.

Vor zwanzig Jahren brannten Hunderte Kerzen vor der Gethsemanekirche. Wir bitten Sie, zwanzig Jahre danach wieder Kerzen vor die Kirche zu stellen, um an die Mutigen zu erinnern, die sich von der Staatsmacht nicht einschüchtern ließen und für Freiheit und Demokratie kämpften.


In Kooperation mit der Evangelischen Kirchengemeinde Prenzlauer Berg Nord, der Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR, der Berliner Landesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR, der Bezirksverordnetenversammlung Pankow und Kulturprojekte Berlin

Die Ausstellung „Wachet und Betet“, die vom 12. September bis 18. November 2009 in der Gethsemanekirche gezeigt wird, ist ein Projekt der Ev. Kirchengemeinde Prenzlauer Berg Nord.




Mittwoch, 30. September 2009, 19:00 Uhr

Der heiße Oktober 1989
Berlin-Saal, Breite Straße 36, Berlin-Mitte

DDR, Herbst 1989. Empörung über die SED-Diktatur, der Wille zur Veränderung und das Verlangen nach Freiheit brechen sich Bahn. In Leipzig, Dresden, Plauen und vielen anderen Orten demonstriert die Bevölkerung. Der letzte „Tag der Republik“ wird in Berlin zu ihrem Abgesang. FDJ und Armee paradieren letztmalig vor der Staatsführung. Dann erhebt sich das Volk. Staatssicherheit und Volkspolizei antworten mit einer Orgie der Gewalt. Die Darstellung der Ereignisse erfolgt erstmals anhand der staatsanwaltschaftlichen Akten.

Vorträge:
Revolution. Die DDR im Herbst 1989
Dr. Jens Schöne (Stellvertretender Berliner Landesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen)
Der letzte Tag der Republik. Berlin, 7. Oktober 1989
Dr. Klaus Bästlein (wissenschaftlicher Referent beim Berliner Landesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen)
anschließend Diskussion
Moderatorin: Ulrike Poppe (Studienleiterin bei der Evangelischen Akademie zu Berlin)

In Kooperation mit der Zentral- und Landesbibliothek




Mittwoch, 26. August 2009, 19:00 UHR

Gründungsfieber: Die Opposition als Kristallisationspunkt des gesellschaftlichen Aufbruchs
Berliner Rathaus, Großer Saal, Rathausstraße 15, Berlin-Mitte

Im August 1989 begann sich auch in der DDR die Situation zu verändern. Die greise SED-Führung hatte abgewirtschaftet. Gorbatschow machte deutlich, dass sowjetische Truppen ihr nicht mehr zu Hilfe kommen würden. Die Opposition trat immer offener auf und setzte dazu an, die Straßen zu erobern. Die Bevölkerung folgte ihr in steigendem Maße. Die Revolution kündigte sich an.

Vortrag:
Prof. Dr. Wolfgang Schuller (Historiker, Konstanz)
Diskussion: Dr. Michael Bartuscheck (Chemiker, 1989 Mitbegründer von Demokratie Jetzt), Bärbel Bohley (Malerin, 1989 Mitbegründerin des Neuen Forum), Reinhard Weißhuhn (Architekt, 1989 Mitbegründer der Initiative Frieden und Menschenrechte), Gerd Weisskirchen (außenpolitischer Sprecher der SPD Fraktion im Bundestag, 1989 MdB mit Kontakten zu DDR-Oppositionellen)

Moderation: Sven Felix Kellerhoff (Journalist, DIE WELT/Berliner Morgenpost)




Open-Air-Kino auf dem Alex – das ganz besondere Kinoerlebnis

28. August 2009, 20:00 Uhr
Die Legende von Paul und Paula
DDR 1973
Buch: Ulrich Plenzdorf, Regie: Heiner Carow
mit Angelika Domröse, Winfried Glatzeder, Fred Delmare

29. August 2009, 20:00 Uhr und 23:30 Uhr
Die Flut, Der Kreis und Die Leuchtkraft der Ziege
15 bisher kaum gezeigte Animationsfilme – UdSSR, CSSR, Polen, DDR (1979-1990)
Filme aus der Reihe „Winter adé“ der Deutschen Kinemathek, gefördert durch die Bundeskulturstiftung und der Progress Film-Verleih, 146 min
u. a.: Das Märchen der Märchen, Möglichkeiten des Dialogs, Tango, Einmart, Die Flut, Der Kreis, Leuchtkraft der Ziege, Das Monument
Im Gespräch: Ralf Schenk (Berliner Zeitung) und Hedda Gehm (1989 Dramaturgin beim DEFA-Studio für Trickfilme Dresden)

30. August 2009
Im Durchgang – Protokoll für das Gedächtnis
Dokumentarfilm – DDR 1990
Regie: Kurt Tetzlaff, Buch: Kurt Tetzlaff, Hans Dieter Rutsch, Kamera: Andreas Bergmann, Achim Sommer, Jürgen Voigt
Im Gespräch: Andreas Bergmann




Die Lange Nacht der Museen in der Ausstellung

Sonnabend, 29. August 2009, 16:00 Uhr
Mauerexpedition 09
Präsentation eines Projektes von Junges DT und THEATER AN DER PARKAUE in Zusammenarbeit mit dem Medienkompetenzzentrum Meredo
Leitung: Florian Thalhofer (Medienkünstler) und Sarah Jasinszcak (Theaterpädagogin DT)

16:00 – 17:00 Uhr
Ausstellungsführung für Familien mit Kindern

18:00 Uhr
Lesequartett
mit Nicki Pawlow, Grit Poppe, Alexandra Linett und Angela Kowalzyk
Moderation: Uwe P. Richter

18:00 – 02:00 Uhr
Fachkundige Moderatoren stehen für Fragen der Besucher bereit.
Entdeckertasche für die ganze Familie

20:00 Uhr und 23:30 Uhr
Die Flut, Der Kreis und Die Leuchtkraft der Ziege
15 bisher kaum gezeigte Animationsfilme – UdSSR, CSSR, Polen, DDR (1979 – 1990)
Filme aus der Reihe „Winter adé“ der Deutschen Kinemathek, gefördert durch die Bundeskulturstiftung und der Progress Film-Verleih, 146 min
u. a.: Das Märchen der Märchen, Möglichkeiten des Dialogs, Tango, Einmart, Die Flut, Der Kreis, Leuchtkraft der Ziege, Das Monument

20:00 Uhr
Im Gespräch: Ralf Schenk (Berliner Zeitung) und Hedda Gehm (1989 Dramaturgin beim DEFA Studio für Trickfilme, Dresden)




Mittwoch, 29. Juli 2009, 19:00 UHR

Ungarn – das Loch im Eisernen Vorhang. Die Abstimmung mit den Füßen
Botschaft der Republik Ungarn in Berlin, Unter den Linden 76, Berlin-Mitte

Im Mai 1989 begann Ungarn mit dem Abbau der Grenzanlagen zu Österreich. Am 19. August 1989 öffnete sich erstmals der Eiserne Vorhang: Hunderte DDR-Bürger strömten in die Freiheit. Kurz darauf campierten Zehntausende im Lande. Am 11. September 1989 öffnete Ungarn die Grenze endgültig. Der Eiserne Vorhang war zerrissen.

Begrüßung: Zsolt Bóta (Gesandter der Republik Ungarn in Berlin), Diskussion: Dr. Erhard Busek (1989 Österreichischer Bundesminister für Wissenschaft und Forschung), Prof. Dr. Ferenc Glatz (1989 Ungarischer Minister für Bildung und Kultur)
Uwe P. Richter (1989 Ungarn-Flüchtling), Rudolf Seiters (1989 Staatsminister und Chef des Bundeskanzleramtes)

Moderation: Dr. Ulrich Mählert (Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur)

In Kooperation mit den Botschaften Ungarns und Österreichs in Berlin




Mittwoch, 24. Juni 2009, 19:00 UHR

Die Gründung der SDP
Golgatha-Kirche, Borsigstraße 6, Berlin-Mitte

Der Aufruf für die Gründung einer Sozialdemokratischen Partei (SDP) wurde im August 1989 in der Golgathagemeinde vorgestellt. Es war die radikalste Infragestellung der SED-Diktatur. Denn der Alleinvertretungsanspruch der SED für
die Arbeiterbewegung wurde bestritten. Und die SDP-Gründer propagierten offen die Schaffung eines demokratischen und sozialen Rechtsstaats.

Vortrag: Dr. Daniel Friedrich Sturm (Historiker), Diskussion: Erhart Körting (Senator für Inneres und Sport; SDP-Unterstützer), Markus Meckel (MdB, SDP-Mitbegründer), Dr. Daniel Friedrich Sturm

Moderation: Margit Miosga (Journalistin, rbb)




Mittwoch, 27. Mai 2009, 17:00 UHR

Im Osten beginnt das Eis zu schmelzen: Das polnische Experiment 1989
Elisabeth-Villa, Invalidenstraße 3, Berlin-Mitte

Polen schritt 1988/89 bei den Veränderungen in Europa voran. Im Herbst 1988 verhandelte Solidarnosc mit der Regierung am Runden Tisch über eine Demokratisierung. Am 4. Juni 1989 fanden in Polen die ersten freien Wahlen in einem Land des kommunistischen Machtbereichs statt, am 13. September 1989 bildete der katholische Publizist Thadeusz eine neue Regierung.

17:00 Uhr: Filmvorführung „Strajk – Die Heldin von Danzig“
von Andreas Pflüger (Drehbuch) und Volker Schlöndorff (Regie)

19:00 Uhr: Diskussion
Seweryn Blumsztajn (Bürgerrechtler und Chefredakteur der Warschauer Abteilung der Gazeta Wyborcza), Andreas Pflüger (Autor), Gerd Poppe (Bürgerrechtler)

Moderation: Prof. Dr. Gesine Schwan

In Kooperation mit dem Zentrum für Historische Forschung Berlin der Polnischen Akademie der Wissenschaften
Seite drucken | Seite weiterempfehlen | Kommentar senden