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Archiv 2011

Erinnerung wird zur Kraft der Gegenwart

Freitag, 6. Mai 2011, ab 18.30 Uhr
Zionskirche, Zionskirchplatz

Programm
18.30 Uhr Übergabe einer Informationsstele vor der Zionskirche
19.30 Uhr Eröffnung der Ausstellung zum Comic »Grenzfall« (Empore Zionskirche)
20.00 Uhr Konzert mit Stephan Krawczyk

Die Zionskirche war in den 1980er-Jahren ein zentraler Treffpunkt für DDR-Oppositionelle. In der Umwelt-Bibliothek, die im Keller des Pfarrhauses untergebracht war, wurden illegale Zeitschriften und Flugblätter gedruckt, die wichtige Informationsmedien der Opposition waren. Ende 1987 stürmte die Staatssicherheit die Räume und nahm einige Akteure fest. Der Überfall sollte einschüchtern, mobilisierte aber den Widerstand im ganzen Land. Die Stele vor der Zionskirche erinnert künftig an die einzige freie Druckerei der DDR, in der im Revolutionsjahr täglich systemkritische Informationsschriften, Erklärungen und Aufrufe vervielfältigt wurden. Die Zionskirche mit der Umwelt-Bibliothek war im Herbst 1989 eines der wichtigsten Kommunikationszentren der DDR-Opposition. Die Informationsstele ist Teil eines Projekts der Robert- Havemann-Gesellschaft: Insgesamt 18 Stelen markieren Orte im Osten wie im Westen Berlins, die eng mit der Friedlichen Revolution 1989/90 verbunden sind. Eindrucksvolle Fotos und Texte, hörbar in acht Sprachen, lassen die Geschichte an authentischen Orten wieder lebendig werden. Weitere Informationen zu den Standorten unter www.revolution89.de.

Nach Übergabe der Revolutionsstele an die Öffentlichkeit eröffnen wir gemeinsam mit der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur auf der Empore der Zionskirche die Ausstellung zum Comic "Grenzfall". Der Comicroman "Grenzfall" spielt in der Zeit von 1982-1987 in Ost-Berlin und erzählt in Anlehnung an die Biografie Peter Grimms die Geschichte eines jugendlichen Helden, der Widerstand gegen die SED-Diktatur leistet. In dem Comic wird die damalige Zeit und Gefühlslage in schwarz-weißen, dokumentarisch anmutenden Bildern wieder lebendig: die Willkür, der Zwang zum Gehorsam, das permanente Gefühl der Überwachung, das Misstrauen aber auch das Glücksgefühl, wenn man auf Gleichgesinnte trifft oder Leute mutig für einen eintreten. Die Ausstellung zeigt ein "making-off" und ausgewählte Teile des Comics, die 1987 in der Zionskirche spielen. Mit der Ausstellung wird das Buch erstmals vorgestellt.

Im Anschluss laden wir herzlich zu einem Konzert mit Stephan Krawczyk ein. Der Sänger, Texter und Komponist war einer der bekanntesten Oppositionellen in der DDR. Nach dem Überfall der Staatssicherheit auf die Umwelt-Bibliothek beteiligte er sich an einer Mahnwache zur Freilassung der Inhaftierten. Wenige Wochen später wurde er selbst festgenommen und aus der DDR ausgebürgert. Heute kehrt Krawczyk zu einem Konzert in die Zionskirche zurück.

Gesichter der Friedlichen Revolution

Ausstellungseröffnung und Debatte

16. März 2011, 18:30 Uhr
Gedenkstätte Hohenschönhausen, Genslerstraße 66


Kein anderes Ereignis hat Deutschland so verändert wie die Friedliche Revolution im Herbst 1989. Wer waren die Männer und Frauen, die die Diktatur der SED beseitigt haben? In einer neuen Ausstellung und einem dazugehörenden Bildband der Robert-Havemann-Gesellschaft e.V. werden 63 von ihnen vor­gestellt. Schwarzweiß-Aufnahmen des Fotografen Dirk Vogel und Kurzbiografien prominenter Autoren geben der Friedlichen Revolution ein sehr persönliches Gesicht. 30 dieser Porträts werden bis Mitte Mai in der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen zu sehen sein.

Einer der Porträtierten ist Roland Jahn, neuer Bundesbeauftragter für die Unterlagen des DDR-Staatssi­cherheitsdienstes. Im ehemaligen Stasi-Gefängnis wird er erstmals öffentlich über seine neuen Aufga­ben bei der Aufarbeitung der SED-Diktatur debattieren.

Der Bildband ist ab sofort über die Robert-Havemann-Gesellschaft zu beziehen.

Begrüßung
Helmuth Frauendorfer Stellvertretender Direktor Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen
Einführung
Dr. Olaf Weißbach Geschäftsführer Robert-Havemann-Gesellschaft

Debatte
Roland Jahn Bundesbeauftragter für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR
Dr. Hubertus Knabe Direktor Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen

Moderation
Sven Felix Kellerhoff
Die Welt / Berliner Morgenpost
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