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WIR sind das Volk!

Die oppositionellen Gruppen in Leipzig prägen mit ihren gewaltfreien Montagsdemonstrationen die zentrale Aktionsform der Protestbewegung im ganzen Land. Immer mehr Menschen schließen sich an. Am 9. Oktober 1989 entscheidet sich das Schicksal Zehntausender in Leipzig.

Museum in der "Runden Ecke, Leipzig
Quelle: Heinz Löster
Demonstration auf dem Leipziger Innenstadtring am 9. Oktober 1989.

Im Herbst 1989 versammeln sich nach den montäglichen Friedensgebeten in der Leipziger Nikolaikirche immer wieder Menschen auf dem Kirchenvorplatz. Sie fordern Reise- und Meinungsfreiheit. Trotz zahlreicher Verhaftungen nimmt die Zahl der Demonstranten von Woche zu Woche zu. Am Abend des 25. September sperrt die Polizei die Straßen um die Kirche ab. Trotzdem erobern 5.000 Demonstranten einen Weg zum Innenstadtring. Am darauffolgenden Montag ziehen bereits 20.000 Menschen durch Leipzig.

Am 9. Oktober ist in der Stadt die Luft zum Zerreißen gespannt. Tausende Sicherheitskräfte sind im Einsatz. Es kursieren Gerüchte über eine vermutete gewalttätige Niederschlagung der Demonstration. Trotzdem halten die Menschen an ihrem Protest fest. Zehntausende demonstrieren an diesem Abend gegen die politischen Verhältnisse in der DDR und rufen „Wir sind das Volk!“. Die Sicherheitskräfte greifen nicht ein.
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