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Seit November 1989 erfolgt ein Stimmungswandel auf der Straße. Die Hoffnung der Menschen auf eine Reformierbarkeit der DDR schwindet. Aus dem Ruf „Wir sind das Volk“ wird zunehmend „Wir sind ein Volk“. Die erste freie Volkskammerwahl in der DDR im März 1990 wird zu einer Entscheidung für die deutsche Einheit.

Begrüßung des Bundeskanzlers Helmut Kohl am 19. Dezember 1989 in Dresden.
Quelle: ullstein bild/Vario-Press
Begrüßung des Bundeskanzlers Helmut Kohl am 19. Dezember 1989 in Dresden.


Teile der im Herbst 1989 neu gegründeten Bürgerbewegungen werben für Reformen im eigenen Land und eine allmähliche Annäherung der beiden deutschen Staaten. Einheits-Skeptiker in Ost und West fürchten einen „Ausverkauf der DDR“ und warnen vor einem Wiederaufleben rechtsnationalen Gedankengutes in Deutschland. Zeitgleich tritt die wirtschaftliche und politische Krise immer deutlicher zu Tage. Die Geduld der Menschen ist erschöpft. Der Ruf nach der deutschen Einheit wird lauter.

Zunächst planen auch westdeutsche Politiker ein stufenweises Zusammenwachsen von DDR und Bundesrepublik. Doch der Druck der Straße drängt zu schnellerem Handeln. Die erste freie und demokratische Wahl in der DDR findet am 18. März 1990 statt. Sieger wird das Wahlbündnis Allianz für Deutschland, das für eine schnelle Vereinigung der beiden deutschen Staaten eintritt.
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