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Schlacht um Zion

In der Nacht zum 25. November 1987 dringt die Staatssicherheit in Begleitung eines Staatsanwaltes in Räume der Ostberliner Zionsgemeinde ein. Sie wollen Mitarbeiter der hier ansässigen Umwelt-Bibliothek beim Druck der illegalen Zeitschrift grenzfall überraschen. Hergestellt werden aber gerade die halblegalen Umweltblätter, die der Staat als kirchliches Mitteilungsblatt dulden muss. Den Oppositionellen kann keine Straftat nachgewiesen werden. Dennoch beschlagnahmt die Geheimpolizei die Maschinen und verhaftet alle Anwesenden.

Doch die DDR-Führung hat die oppositionellen Netzwerke unterschätzt. Bereits am nächsten Morgen veröffentlichen diese ein gemeinsames Protestschreiben. Über die westdeutschen Medien erreicht es die internationale Öffentlichkeit. Westliche Politiker fordern die Freilassung der Inhaftierten. In der ganzen DDR finden öffentliche Fürbittandachten und Solidaritätsaktionen für die Inhaftierten statt. In der Ostberliner Zionskirche wird eine Mahnwache eingerichtet. Der breite Protest hat Erfolg. Angesichts des massiven öffentlichen Drucks müssen die Inhaftierten freigelassen werden. Es ist die erste große Niederlage der SED gegen die Opposition vor dem Ende der DDR.

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